Was Planetenstunden sind
Der Tageslichtzeit wird in 12 gleich große Teile geteilt, die Nachtzeit auch. Solche Stunden sind fast nie gleich 60 Minuten: Im Juni in Kiew dauert die Tagesstunde etwa 83 Minuten, die Nachtstunde etwa 37. Je näher man sich den Polen und den Sonnenstehenszeiten nähert, desto größer ist die Differenz. Daher werden die Grenzen der Stunden von dem tatsächlichen Sonnenaufgang und -untergang berechnet und nicht von der Mittagszeit.
Die chaldäische Planetenordnung
Die Stunden werden von den sieben sichtbaren Himmelskörpern in der Reihenfolge ihrer sichtbaren Geschwindigkeit bestimmt: Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond. Die Reihenfolge ist geschlossen, nach dem Mond geht wieder Saturn. Die gleiche Reihenfolge, die alle 24 Stunden wiederholt wird, ergibt den üblichen Wochentag.
Tagesherrscher und erste Stunde
Die erste Stunde nach Sonnenaufgang gehört der Planeten, nach dem der Tag benannt ist: Montag Mond, Dienstag Mars, Mittwoch Merkur, Donnerstag Jupiter, Freitag Venus, Samstag Saturn, Sonntag Sonne. Die Stunden folgen dann dem chaldäischen Kreis. Die astrologische Woche beginnt mit dem Sonnenaufgang, daher dauert der Vortag noch bis zum Sonnenaufgang an.
Wofür sie verwendet werden
Planetenstunden gehören zur Elektionsastrologie, bei der der Zeitpunkt für eine Handlung bewusst gewählt wird: Finanzgespräche werden oft in eine Stunde von Jupiter oder Venus gelegt, ein entscheidender Schritt in eine Stunde von Mars, Schreibarbeit in eine Stunde von Merkur. Dies ist keine Vorhersage, sondern eine Möglichkeit, den Zeitpunkt auf die Art der Aufgabe abzustimmen.